Refugee Datathon Munich, der erste

Unser erster Refugee Datathon fand am 7. Mai statt, als Meetup der Gruppe „hack4refugees“.

Was ist ein Datathon?

So etwas Ähnliches wie ein Hackathon, aber mit Daten. Und dadurch auch mit mehr Inhalt und Bezug zur „Welt draußen“. Deshalb ist „Domain specific knowledge“ wichtig, damit das Ganze Sinn macht. Bei unserem Datathon musste beispielsweise jemand wissen, was „subsidiärer Schutz“ ist.
Genau wie bei einem Hackathon ist die Stimmung: Aus reiner Begeisterung verbringen diese Leute einen der sonnigsten Samstage des Jahres vor ihrem Laptop. Und es gibt Pizza.
Aber „Datathons“ sind viel jünger als Hackathons. Unserer war vermutlich der erste Datathon in Deutschland!

Was ist das Besondere an unserem „Refugee Datathon“?

Hier treffen sich 3 Welten, die alle viel mitbringen:
– Die IT Community – produktive und motivierte Leute
– Die Bewegung für Flüchtlinge in Deutschland – auch im Sommer 2016 stark
– Datenexperten – und zwar nicht irgendwelche Datenexperten, sondern Leute aus der Richtung „Open Knowledge“ / „Open Data“ / „Open Government“.
Das ist eine hochkreative Mischung.

Was haben wir erarbeitet?

Im Ergebnis: Schutzquoten.

Vom Verlauf her:

Das BAMF (Bundesamt für Flüchtlinge und Migration) veröffentlicht jeden Monat eine Asylgeschäftsstatistik.
Der Münchner Flüchtlingsrat macht damit – wenn sie die Zeit dazu haben:

  1. Nachschauen, ob der neue Bericht da ist.
  2. Das PDF herunterladen.
  3. Das PDF in Word öffnen.
  4. Die Tabellen daraus in Excel kopieren.
  5. In Excel neue Werte berechnen, beispielsweise die bereinigte Schutzquote
  6. Grafiken in Excel erstellen.
  7. Diese verwenden – beispielsweise auf Vorträgen zeigen.

Das finden sie normal, aber IT-Leute leiden, wenn sie das hören. Also haben wir:

ad 1. : Einen Alert aufgesetzt, der ein email verschickt, wenn der neue monatliche Bericht hochgeladen wird;
ad 2. : Ein php-Programm geschrieben, das das PDF herunterlädt …
ad 3.-5. : … und per „Tabula“ die Tabelle in csv umwandelt, und dieses csv dann bereinigt, und die Werte berechnet.

Das mit den Grafiken haben wir nicht mehr geschafft, und die Veröffentlichung überlassen wir vorerst Menschen. Die erste wird auf diesem Blog erscheinen.

Außerdem haben wir eine Anfrage nach den Rohdaten an das BAMF gestellt, per fragdenstaat.de und unter Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz. Emails und ein Anruf hatten nichts gebracht. Aber die „Open Data“ Aktivisten kennen sich mit diesen Dingen aus.

Zusätzlich veröffentlichen wir unsere csv-Daten auf github, mit Metainformationen in einem Protokoll der Open Knowledge Foundation.

Wie geht es weiter?

Mit dem nächsten Datathon: http://www.meetup.com/de-DE/welcomehelp/events/231290958/

Wer steckt hinter dem Datathon?

Wir waren: 3 Programmierer, 2 Admins, 1 Projektleiterin, 4 langjährige Flüchtlingsaktivist/innen, 1 OpenData-Aktivist – also 7 Leute. Unsere Resourcen an technischen Fähigkeiten, Fachwissen und Engagement sind größer als die an Räumen und Pizza – deshalb war der Kreis erst einmal klein. Der Refugee Datathon 2 kommt!

Beteiligte Organisationen: welcomehelp/hack4refugees; Münchner Flüchtlingsrat; kleineanfragen.de; Amnesty International Asylgruppe München

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